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Christophstal

bei Freudenstadt

Verhüttung

Im Christophstal werden Fahlerze abgebaut, kein reines Metall. Damals wurden die notwendigen Betriebe, in denen die gewünschten Metalle aus dem Erz gelöst werden, in die Nähe der Bergwerke gebaut.

Im Forbachtal hatte das neben dem kurzen Transportweg zwei Vorteile: Der Bach konnte als Energiequelle genutzt werden und es gab Holz, das zum Heizen der vielen Öfen verwendet werden konnte.

Insgesamt sind im Forbachtal 4 Plätze bekannt, an denen Erz und Altmetall verhüttet wurde. 3 davon im Christophstal (Eichwaldweg, Talstraße bei der Kniebissteige, unterhalb der Forellenteiche beim Eingang zum Dorotheen-Untersuchungsstollen), einer im jetzigen Friedrichstal. Von den dreien im Christophstal scheinen die beiden an der Talstraße und an den Forellenteichen gleichzeitig betrieben worden zu sein, während von dem am Eichwaldweg die Informationen fehlen. Lediglich ein Hinweis auf dem Riß zur Oberen Sophia ist sie verzeichnet.

Oberhalb des Talswirtshauses gab es ein Probierhaus, ein Pochwerk, ein Waschhaus, eine Kupfer- und eine Silberschmelze.

2 = Probierstube,
3 = Nagelschmitte
4 = Kupfer- und Silberschmelze,
5 = Poch- und Wascheinrichtung,
6 = Röstofen,
7 = St. Christophsstollen,
9 = Talwirtshaus

Weiter talabwärts - unterhalb der heutigen Fischteiche gelegen - lag eine sogenannte Schmelzhütte, die wesentlich älter gewesen sein soll.

41 = Grube Haus Württemberg,
42= Kupferschmelze

Auch in der Nähe der Grube Obere Sophia hat es eine Schmelze gegeben; sie wird auf einem alten Plan, der die Lage der Grube Obere Sophia zeigt, dargestellt. Leider ist nichts weiter über diese Schmelze bekannt.

Herkunft der Erze

In den Schmelzen des Christopstales wurden nicht nur Erze verhüttet, die entlang des Forbachs abgebaut wurden. Ein Teil der Erze stammt aus anderen Gruben.

In der näheren Umgebung gab es an Kienberg den Georgsstollen. Am Schöllkopf wurde Erz abgebaut, in Lauterbad, in Wittlensweiler (im Pfarrgarten!). Erze wurden aber wohl auch aus Neu-Bulach und sicher auch aus dem Murgtal von der Grube Königswarth geliefert. Schon weiter weg sind die Gruben von Neuenbürg, die auf Anordnung des Herzogs Eisenerz geliefert haben.

Quellen:

  1. Plan von der Herzoglich württembergischen Eisenfactorie Sankt Christophstal mit den oberen, unteren und neuen Werken (1778, Stadtarchiv Freudenstadt)
  2. Grund- und Seyger Riß über den Sophieer Stolln, welcher im St. Christophstal ohnweit der Alten Schmelzhütte angeleget und nach einem erschürften Gang getrieben wird. (1753, Stadtarchiv Freudenstadt)