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Verhüttung 2: Silbergewinnung

Wenn das Erz vom tauben Gestein getrennt ist, geht es daran, das Silber und Kupfer aus dem Erz zu lösen. Dazu wird das Erz zusammen mit Holzkohle, sogenanntem Eisenhammerschlag und Kalkstein in einem Schmelzofen aufgeschmolzen. Als Eisenhammerschlag oder auch Zunder wurden früher die Eisenteilchen bezeichnet, die beim Schmieden absprangen und sofort oxidierten. Durch das Abschöpfen der Schlacke erhält der Hüttenarbeiter sogenannten Kupferstein, der dann mehrfach zerkleinert, geröstet und wieder geschmolzen wird, bis der Kupfergehalt auf ca 50% ansteigt.

Hierzu wird der Kupferstein wieder geschmolzen, dabei wird jedoch im Saigerofen Blei oder Bleierz zugegeben, das sich mit dem Silber verbindet. Diese Legierung läßt man in den Seigerpfannen erkalten und erhält Scheiben aus der Legierung. Die Scheiben werden vorsichtig erhitzt, sodaß die Blei-Silber-Mischung schmilzt und in Pfannen aufgefangen werden kann.

Das Silber-Blei-Gemisch wird auf einem weiteren Herd erhitzt, damit das Blei oxidiert und als Bleischlacke abgeschöpft werden kann. Das Rohsilber, das dann übrig bleibt, wird durch sogenanntes "Feinbrennen", bei dem Asche und Bier zugesetzt werden, von den letzten Verunreinigungen befreit und in kleine Metallblöcke gegossen.

Quellen:

  1. Georg Agricola, DE RE METALLICA, 1556, Übersetzung v. Carl Schiffner, VDI-Verlag Berlin, 1928