bei Freudenstadt

Verhüttung 1: Probieren und Trennen des Erzes vom tauben Gestein

Vorbehandlung

Im Christophstal werden Fahlerze abgebaut, kein reines Metall. Diese Fahlerze enthalten neben Silber auch Kupfer, Schwefel, Eisen, Arsen, Antimon, Wismut, Kobalt und andere Stoffe, von denen das Silber, dem die ursprüngliche Absicht galt, getrennt werden muß. Auch Kupfer und Eisen sind für die damalige Industrie interessant. Eine Analyse aus dem Jahr 1891 ergab eine Zusammensetzung aus 34% Kupfer, 26 % Schwefel, 15% Antimon, 7% Arsen, 6% Eisen, 5 Prozent Wismut, 4% Kobalt und 1% Silber1.

Nach dem Abbau müssen die Erze in mehreren Schritten aufbereitet werden, um an das Metall zu kommen. Dabei werden die unterschiedlichen Eigenschaften wie Dichte und Schmelzpunkt ausgenutzt.

Zuerst werden die Erzbrocken mit einem Hammer zerschlagen und Gesteinsbrocken, die kein Metall enthalten aussortiert - das sogenannte "taube Gestein".

Probiererer an einem Probierofen

Danach wird das Erz untersucht, um die genaue Zusammensetzung und die notwendigen Zuschlagsstoffe zu ermitteln. Dafür wurde eine Probierstube - eine Art Labor - eingerichtet. Wenn feststeht, welche Zusammensetzung das Erz hat, können die nächsten Arbeitsschritte erfolgen.

In einer Poche wird das Erz zerkleinert. Es wird bis auf die Größe von Haselnuß- oder Maiskörnern zerkleinert, damit das Erz durch einen Schwemmprozeß ausgewaschen werden kann und weniger Energie für den Röstprozeß aufgewendet werden muß, der danach folgt.

Schwere Stempel werden angehoben und fallen auf die Brocken, die dadurch zerbrechen. Hierbei bietet die Nähe zum Forbach die Möglichkeit, die Stempel mit Wasserrädern anzuheben und auf die Brocken fallen zu lassen.

Am unteren Ende sind die Pochstempel aus Holz mit gußeisernen Schuhen geschützt.

Poche im Museum Erzpoche Hausach:
Blick auf den Wellbaum
Ein Schlämmverfahren nach Agricola
Wäsche im Museum Erzpoche Hausach

Sind die Brocken klein genug, so wird das Material "gewaschen" - das leichtere Gesteinsmaterial wird weg geschwemmt, das schwerere - metallhaltige- Material sinkt zu Boden und sammelt sich dort.

Nach dem Trocknen wird das Erz über einem Holzfeuer geröstet. Dabei verdampfen Schwefel, Antimon und Arsen.

Quelle

  1. Analyse von Hilger und Krieger nach Klaus M. Mack, Silber - Kupfer - Messing, in : Planstadt Kurstadt Freudenstadt, G. Braun GmbH & Co., Karlsruhe, 1999
  2. Georg Agricola, DE RE METALLICA, 1556, Übersetzung v. Carl Schiffner, VDI-Verlag Berlin, 1928

Photos: Gänßler

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